Sechs Jungunternehmer erhielten gestern den Jungunternehmerpreis des Swiss Ecomonic Forums. Bei allen drei Firmen sind Berner massgeblich beteiligt.
Die Erfinder einer scannenden Maus, ein Gourmethauslieferdienst und ein Anbieter von Kundenbindungsprogrammen für Fluggesellschaften und Hotelketten wurden mit dem bedeutendsten Jungunternehmerpreis der Schweiz ausgezeichnet.
Alexander Ilic und Michael Born, CEO und CFO der Firma Dacuda aus Zürich, haben zusammen mit zwei weiteren Kollegen eine Computermaus entwickelt, die Dokumente und Bilder einlesen und in alle gängigen Softwareprogramme übertragen kann. Mit der Maus wird es beispielsweise möglich sein, Einzahlungsscheine einzulesen – damit entfällt das lästige Abtippen der langen Zahlenkombinationen. Der Elektronikhersteller LG aus Korea hat nun die erste Lizenz zur Produktion der neuen Maus gekauft. Das Produkt wird im kommenden August weltweit auf den Markt kommen.
Dacuda ist 2008 als Spin-off der ETH Zürich gegründet worden. Mit dieser technologischen Weltneuheit habe es die Zürcher Softwarefirma Dacuda innert zwei Jahren auf den globalen Markt geschafft, begründete die Jury unter der Leitung der Unternehmerin Carolina Müller-Möhl ihre Entscheidung.
Der Berner Michael Born will zusammen mit seinen 12 Angestellten die Maus noch weiterentwickeln. «Unser Ziel ist es, dass in Zukunft jede Maus mit unserer Technologie ausgestattet ist», so Born. Die 25000 Franken Preisgeld will er im Unternehmen investieren.
Berner in Zürich
Zu den beiden weiteren Empfängern des mit insgesamt 75000 Franken dotierten Preises gehört die Küsnachter Loylogic, die webbasierte Kundenbindungsprogramme für Fluggesellschaften und Hotelketten entwickelt. Die Webshop-Lösung ist in den USA patentiert. Die Firma wurde 2005 von drei Bernern gegründet und ist auf die Abwicklung von Kundenbindungsprogrammen spezialisiert. Beispielsweise können bei Loylogic Flugmeilen gegen verschiedenste Produkte eingetauscht werden.
Heute nutzen bereits 60 Millionen Flugpassagiere die Leistungen von Loylogic. Zu den Kunden zählen aber auch grosse internationale Hotelketten, die ebenfalls Kundenbindungsprogramme anbieten. Die drei Jungunternehmer beschäftigen heute bereits 55 Angestellte, verteilt auf weltweit sechs Standorte. Der Grund, warum die drei Berner ihre Firma nicht in Bern haben, wird mit der internationalen Anbindung durch den Flughafen Zürich und mit der besseren Verfügbarkeit von IT-Personal begründet.
In der Sparte Produktion/Gewerbe entschied sich die 15-köpfigen Jury für die Berner Firma Gourmet-15-Box, die von der 31-jährigen Susanne Schanz geführt wird. Während eines Aufenthalts in Kanada entstand zusammen mit ihrem Mann die Geschäftsidee, die sie nach der Rückkehr in die Schweiz erfolgreich umsetzten: 5-Gang-Menüs des Gourmethauslieferservices lassen sich in der eigenen Küche innert 15Minuten zubereiten. Die Firma im Wankdorf liefert täglich bereits rund 300 Mahlzeiten in die ganze Schweiz aus. «Sie schenken ihren Kunden mehr Zeit zum Geniessen», begründete die Jury die Wahl.
Apéro-Box zum Bestellen
Neu können sogar ganze Gourmetapéroboxen für mehrere Personen bestellt werden. Darin befinden sich die Häppchen, Getränke, Gläser und sogar die Dekoration. Die Bestellung muss 48 Stunden vor dem gewünschten Termin eingehen.
Auch Schanz will das Geld in den Aufbau der Firma stecken. Die Gourmet-15-Box GmbH hat sieben Köche angestellt und beschäftigt weitere Teilzeitmitarbeitende.